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Monumenti · Capoterra

Die Pfarrkirche von Poggio dei Pini

Zeitgenössische Architektur und sakrale Symbolik

Die Kirche der Madonna di Lourdes in Poggio dei Pini hat einen kreisförmigen Grundriss, entworfen vom Ingenieur Giorgio Diaz zwischen 1989 und 1997. Die Anlage entspringt der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils: Die Gläubigen sitzen um den Altar herum, nicht mehr vom Priester getrennt. Jedes architektonische Element hat eine genaue numerologische Bedeutung.

Architektur und konziliare Erneuerung

Die Pfarrei der Madonna di Lourdes wurde kanonisch am 1. Januar 1985 errichtet. Der Bau der neuen Kirche, entworfen vom Ingenieur Giorgio Diaz, begann am 19. Februar 1989 und schloss mit der Weihe am 9. Februar 1997 ab.

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) hatte die Liturgie verändert: Der Priester feierte nun dem Volk zugewandt, der Altar war das Zentrum der Gemeinde. Nicht mehr das lange Kirchenschiff, das Priester von Gläubigen trennte, sondern ein Raum, der sie um die Eucharistie versammelte.

Diaz wählte einen kreisförmigen Grundriss: die Kirche als domus Dei, Haus Gottes unter den Menschen. Jeder Gläubige ist gleich weit vom Altar entfernt. Das Projekt ist von Matthäus 13,52 inspiriert: der Hausherr, der aus seinem Schatz „Neues und Altes” hervorholt.

Numerologische Symbolik

Die Architektur ist auf einem System von 12 symbolischen Zahlen aufgebaut. Jedes Strukturelement enthält mindestens eine davon:

  • 1 — die Einzigkeit Gottes. Nur ein Altar, ein Tabernakel, ein Baptisterium
  • 2 — die zwei Naturen Christi (menschlich und göttlich). Zwei Eingangstüren
  • 3 — die Dreifaltigkeit. Drei Stufen des Altars, drei Fenster im Presbyterium
  • 4 — die vier Evangelisten. Vier tragende Pfeiler
  • 5 — die fünf Wunden Christi
  • 6 — die sechs Schöpfungstage
  • 7 — die sieben Sakramente. Sieben Lampen
  • 8 — die Auferstehung (der achte Tag). Das Baptisterium ist achteckig
  • 9 — die neun Engelschöre
  • 10 — die Zehn Gebote
  • 11 — die treuen Apostel (zwölf minus Judas)
  • 12 — die zwölf Apostel. Zwölf Säulen im Umgang

Strukturelle Symbolik

Jedes architektonische Element trägt eine theologische Bedeutung:

  • Der kreisförmige Grundriss — die Kirche als Leib Christi, Gemeinschaft ohne Ende und Anfang
  • Das achteckige Baptisterium — die Acht als Zahl der Auferstehung und des neuen Lebens
  • Das kreuzförmige Taufbecken — die Taufe als Tod und Auferstehung mit Christus
  • Der Boden — aus lokalem Stein, Symbol der sardischen Erde, in der die Gemeinde verwurzelt ist
  • Die Buntglasfenster — das Licht als Metapher der Gnade, die in den heiligen Raum eintritt
  • Das Kruzifix — über dem Altar schwebend, Brennpunkt der Gemeinde

Neues und Altes

Die Kirche bewahrt Elemente, die aus dem Territorium stammen. Eine Basaltplatte aus der Kirche von Su Loi wurde im Boden wiederverwendet. Ein hölzernes Kreuz aus dem 18. Jahrhundert, aus der alten Kirche gerettet, ist im Kirchenschiff ausgestellt. Fragmente mittelalterlicher Keramik und bearbeiteter Stein sind in die Struktur eingearbeitet.

Die großen Buntglasfenster öffnen sich auf die Vegetation von Poggio dei Pini. Das natürliche Licht, durch die farbigen Gläser gefiltert, verändert sich mit den Tagesstunden und den Jahreszeiten.

Informazioni

Indirizzo: Via S. Bernadette Soubirous, 3 — Poggio dei Pini

Progetto: Ing. Giorgio Diaz

Costruzione: 1989–1997

Pianta: Kreisförmig, inspiriert von der Erneuerung des Zweiten Vatikanums

Quelle: Monumenti-Aperti-Merkblätter, Texte von Mauro Dadea, Grafik Marco Frau, 2007.