Vai al contenuto principale

Monumenti · Capoterra

Kirche Sant'Efisio

Die Pfarrkirche Capotterras und ihr Schutzpatron

Die Pfarrkirche Capotterras wurde 1855 neu errichtet. Die ersten Altäre, die Säulen und die alte Fassade wurden im piemontesischen Stil neu gestaltet — eine ästhetische Entscheidung, die mit den vorherigen sardisch-katalanischen Traditionen brach.

Die Kirche

Die erste Kirche Capotterras war eine Baronskapelle, die 1655 bei der Neugründung errichtet wurde. Für die wachsende Bevölkerung zu klein, wurde sie im 18. Jahrhundert vergrößert. Aber die strukturellen Probleme blieben bestehen: zu dünne Mauern, unsichere Dächer, Wassereintritt.

1855 beschloss man, eine neue Kirche zu bauen. Der Grundstein wurde am 12. April 1855 gelegt, doch am 5. Oktober stürzten die Tragbögen ein und ein Großteil der Struktur musste neu errichtet werden. Die erste Messe wurde 1858 gefeiert.

Ein Bischöflicher Brief von 1910 beschreibt sie als „ohne Gewissen gebaut”, bereits zu klein für eine Bevölkerung von über 3.500 Einwohnern. Der separat errichtete Glockenturm beherbergt die 1898 gegossene Hauptglocke. Die Überschwemmung desselben Jahres beschädigte das Gebäude und das angrenzende Pfarrhaus schwer.

Die heutige Fassade, weiß verputzt mit Steingesimsen, ist das Ergebnis aufeinanderfolgender Eingriffe. Die Schauseite ist schlicht: Eingangsportal, darüber eine Nische mit der Statue des Heiligen. Die von der Überschwemmung vom 24. November 1898 beschädigten Straßen wurden in den folgenden Monaten wiederhergestellt.

Der Heilige

Sant'Efisio gehört zu den meistverehrten Heiligen Sardiniens. Ein römischer Krieger östlicher Herkunft (vielleicht aus der Stadt Elia im heutigen Türkei), war er Offizier der Kaiserarmee, der auf die Insel entsandt wurde, um Christen zu verfolgen. Auf dem Weg dorthin hatte er eine Vision, die ihn zum christlichen Glauben bekehrte.

Wegen seiner Weigerung abzuschwören verhaftet, wurde er am 15. Januar 303 n. Chr. in Nora während der Diokletianischen Verfolgungen enthauptet. Im Jahr 1656, während der Pest in Cagliari, gelobte die Stadt dem Heiligen einen jährlichen Dank; seitdem zieht jeden 1. Mai eine Prozession durch Capoterra Richtung Nora.

Die Statue in der Pfarrkirche zeigt ihn in der Kleidung eines römischen Kriegers mit dem Banner des Glaubens. Die Ikonografie in Capoterra bevorzugt das Bild des miles Christi, des Soldaten Christi.

Ausstattung und Kulte

Die Kirche bewahrt mehrere polychrome Holzstatuen aus dem 18. und 19. Jahrhundert:

  • San Giovanni Battista — Holzstatue des 18. Jahrhunderts, mit dem Lamm dargestellt
  • Santa Lucia Vergine e Martire — mit dem Teller und den Augen, Attributen ihres Martyriums
  • Beata Vergine Assunta — Prozessionsstatue
  • San Giuseppe Sposo und San Giuseppe Marcello
  • Santa Rita da Cascia
  • Sant'Ignazio da Laconi
  • San Girolamo Presbitero — Verbindung zu den Hieronymiten
  • Santa Barbara V.M. Cagliaritana — Prozessionsstatue, aus der Feldkirche überführt

Unter den Ausstattungsstücken findet sich Santa Barbara Jungfrau und Märtyrerin aus Cagliari. Die Tradition „verdoppelt” die Figur: Es gibt die „offizielle” Barbara (Nikomedien) und die lokale Barbara, Märtyrerin der capoterrensischen Höhen. Diese Überlagerung religiöser Verehrung findet sich in keinem anderen sardischen Ort.

Gestern und heute

Historische Fotografien der Kirche, den heutigen gegenübergestellt, zeigen, wie stark sich das historische Zentrum verändert hat. Der alte Kirchplatz, die niedrigen Häuser um den Platz, der freistehende Glockenturm: alles ist wiederzuerkennen, und doch ist alles anders. Die Prozessionsstatue der heiligen Barbara aus dem 20. Jahrhundert, aus polychromem Pappmaché, wird noch immer am 15. Januar in der Prozession mitgeführt.

Informazioni

Epoca: 1655 (Baronskapelle), 1855–1858 (heutige Kirche)

Patrono: Sant'Efisio (15. Januar)

Posizione: Piazza della Chiesa, historisches Zentrum

Processione: 1. Mai (Halt in Su Loi auf dem Weg nach Nora)

Quelle: Monumenti-Aperti-Merkblätter, Texte von Mauro Dadea, Grafik Marco Frau, 2007.